Marianne Mendt

Marianne Mendt

Bereits in frühester Jugend wusste die in Wien geborene Marianne Mendt, dass sie Sängerin werden wollte. Sie erhielt Klavier- und Gesangsunterricht am Konservatorium der Stadt Wien, absolvierte aber nebenbei auf Wunsch ihrer Eltern die Handelsschule und arbeitete danach sogar kurze Zeit in der Buchhaltung eines Waschmittelkonzerns, folgte dann aber doch ihrer Berufung.

Nach einer Gesangsausbildung und abgeleisteter Prüfung als „gewerkschaftlich geprüfte Vortragskünstlerin“ tourte sie mit ihrer Band „The Internationals“ als Sängerin und Bassistin durch Europa. 1970 kehrte sie nach Wien zurück und wurde von Gerhard Bronner entdeckt. Er schrieb für sie den Text zum Lied Wie a Glock’n, das als Initialzündung für den Austropop und die österreichische „Dialektwelle“ gilt und verhalf ihr damit zum Durchbruch.

Die Musik dazu stammte von Hans Salomon und war die Titelmelodie von Bronners satirischer Fernsehsendung Die große Glocke. Das Lied wurde in der am 30. Juni 1970 im ersten Programm des ORF ausgestrahlten 10. Folge dieser Sendung präsentiert.

Auf dem Album Wie a Glock'n, das Mendt mit Bronner und Salomon unter Mitarbeit von André Heller und Werner Schneyder 1970 veröffentlichte, sind auch (Jazz-)Klassiker wie Mercy, Mercy, Mercy, Spinning Wheel oder der Musical-Hit Aquarius enthalten, zu denen ein „österreichischer“ Text geschrieben wurde. 1971 vertrat sie Österreich in Dublin beim Eurovision Song Contest, erreichte mit ihrem Lied Musik aber nur den 16. und damit drittletzten Platz.

1972 veröffentlichte Marianne Mendt die Langspielplatte Gute Lieder sind wie Pistolen, welche von André Heller produziert wurde. Außerdem waren an diesem Album auch Georg Danzer, Robert Opratko und Richard Oesterreicher als Textdichter bzw. Komponisten beteiligt.

Im selben Jahr nahm Marianne Mendt ihre erste Musicalrolle in Funny Girl am Opernhaus in Essen an. Mehrere Musical-Engagements in Deutschland, der Schweiz und Österreich folgten, unter anderem am Wiener Raimundtheater am Theater in der Josefstadt sowie am Theater an der Wien (Das Apartment).

Marianne Mendt drehte mehrere Spielfilme, veröffentlichte aber auch weiterhin Langspielplatten und trat als Sängerin in Fernsehsendungen in Deutschland und Österreich auf. Nach vielen Fernsehauftritten erhielt sie im ORF ihre eigene Sendung „Mendt & Band“.

Große Bekanntheit erlangte sie in den Jahren 1992 bis 2000 insbesondere in der Rolle als „Gitti Schimek“ in der ORF Fernsehserie Kaisermühlen Blues.

Im Jahr 2000 veröffentlichte Marianne Mendt das Album Freunde und Propheten, auf dem sie einige ihrer frühen Lieder neu arrangiert als Duette mit einigen ihrer frühen Wegbegleiter wie André Heller oder Georg Danzer neu interpretierte.

Ab 2002 war Mendt ein Jahr lang Vorsitzende von SOS Mitmensch.

Sich für den österreichischen Jazz einzusetzen, ist Marianne Mendt schon lange ein besonderes Anliegen. Sie gründete deshalb 2004 die „MM Musikwerkstatt“ und startete am 1. November 2004 in der Wiener Kulisse einen Nachwuchswettbewerb „Take Your Chance“; dieser wurde am 13. Mai 2005 in Dornbirn beendet.

Parallel dazu organisierte sie ein Jazzfestival. Dieses 1. MM-Jazzfestival fand 2005 in St. Pölten statt mit Teilnehmern wie Peter Wolf, Upper Austrian Bigband, Lungau Big Band, Karl Ratzer, Richard Oesterreicher und Viktor Gernot und und etablierte sich in den darauffolgenden Jahren als fester Bestandteil der Jazz-Szene in Niederösterreich. Zum anderen wurde die „MM Jazz Nachwuchsförderung“ gegründet. Von November bis Ende Mai werden in Jazzclubs aller Bundesländer Auditions veranstaltet. Junge Talente erhalten hier die Möglichkeit, mit professionellen Jazzmusikern und vor Publikum ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Talentiertesten aus ganz Österreich werden für das genannte Festival engagiert.

1994 erhielt Marianne Mendt die Auszeichnung zur beliebtesten Schauspielerin, 1995 wurde ihr der Nestroy-Ring verliehen, 2005 das Goldene Verdienstzeichen des Landes Wien sowie das große Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich, im Juni 2011 wurde ihr von Bürgermeister Dr. Michael Häupl Der liebe Augustin verliehen.

Seit 2004 gastiert „die“ Mendt zwischen Weihnachten und Neujahr auch regelmäßig mit großem Erfolg mit ihrer Band – Thomas Kugi, Oliver Kent p, Werner Feldgrill b, Mario Gonzi dm – im Wiener Jazzland.


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